Kinder als Sicherheitslücke
Geschrieben am 19.03.12 von René AlbarusDa viele erwachsene Menschen inzwischen sehr vorsichtig mit Ihren eigenen Daten umgehen und auch die Sensibilisierung bezüglich Datenschutz durch die Medien immer mehr Anklang findet, zielen krimineller Aktivitäten im Internet seit Kurzem vermehrt auf Kinder. Dabei wird besonders deren Anfälligkeit zu Spielen und Farben ausgenutzt.
Vorschulkinder helfen Kriminellen um an die Daten der Eltern zu gelangen
Das Alter der Kinder, die dabei als Angriffsziel dienen, ist erschreckend niedrig. Besonders Vorschulkinder sind betroffen. Das Bewusstsein für Gefahren ist in diesem Alter noch nicht sehr ausgeprägt und mit einem Begriff wie IT-Sicherheit können die meisten Kinder in diesem Alter erst Recht nichts anfangen. Und genau diesen Umstand machen sich Kriminelle zu nutzen.
Als Ausgangspunkt werden meist kleine Flash-Spiele im Browser angeboten. Jeder, der öfter mal im Internet unterwegs ist, kennt die kleinenMini-Spiele, bei denen man beispielsweise einen Torwart beim Elfmeterschießen bezwingen muss. Ziel des Anbieters ist es dabei, die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen und ihn anschließend auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen. Auch bei den angesprochenen Spielen mit kriminellem Hintergrund sind es in der Regel harmlose Spiele, die besonders auf Kleinkinder ausgerichtet sind.
Die angebotenen Spiele sind meist noch harmlos. Erst wenn eine Aufgabe erfüllt wurde, z.B. Farben in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet, wird der oder die Betroffene auf eine Webseite weitergeleitet, die daraufhin versucht Schadcode auf dem Rechner zu installieren. Zum Teil ist nicht einmal ein spezieller Klick für eine Weiterleitung nötig. So hat die Firma BitDefender beispielsweise ein Spiel gefunden, bei dem die Farbe eines Tieres mit einem Pinsel geändert werden muss. Alleine dieser Klick innerhalb des Spiels reichte aus, um im Hintergrund den Link zu einer infizierten Webseite zu öffnen.
Ist die Schadsoftware erst einmal auf dem Rechner, können darüber Daten aller Benutzer ausspioniert werden. Darunter Bankdaten, Pins und Kennwörter.
Rechner, die durch eine Sicherheitssoftware (Firewall, Antivirenprogramm) geschützt sind und deren Benutzer keine Administrator-Rechte besitzen, sind gegen diese Art der Angriffe bereits sehr gut geschützt. Zudem sollten immer alle sicherheitsrelevanten Updates des Betriebssystems und der verwendeten Software installiert werden.
Quelle: pcpro.co.uk